Nach Schätzungen arbeiten etwa 600.000 meist osteuropäische 24-Stunden-Betreuungskräfte in deutschen Haushalten. Bei der 24 Stunden Betreuung oder Live-in-Betreuung lebt die Betreuungskraft mit im Haushalt und kümmert sich direkt vor Ort um den Haushalt, die Grundpflege und den Alltag. Vermittelt werden die Betreuungskräfte von Agenturen. Leider werden aber auch noch immer Betreuerinnen schwarz beschäftigt. Wie sich ein seriöses Angebot vom Schwarzmarkt unterscheidet, hatte das Team von CareWork & SHD bereits auf der Info-Seite zur 24 Stunden Betreuung erläutert.
Eine 24 Stunden Betreuung soll im heimischen Umfeld die häusliche Versorgung für Senioren und Pflegebedürftige gewährleisten sowie pflegende Angehörige entlasten. Besonders häufig werden mit diesem alternativen Betreuungskonzept aus der häuslichen Pflege Menschen mit Demenz versorgt. Dies hängt damit zusammen, dass Demenzkranke vom gewohnten Umfeld besonders profitieren und die umfangreiche Anwesenheit der Betreuungskraft zu mehr Sicherheit beiträgt. In der Regel handelt es sich um eine Eins-zu-Eins-Betreuung, was in stationären Einrichtungen wie Pflegeheimen nicht angeboten werden kann. Nicht zu unterschätzen ist jedoch auch die soziale Kompetenz der Betreuungskräfte, die zu ihren Schützlingen mit der Zeit eine emotionale Verbindung aufbauen. Ein gutes Verhältnis zwischen Demenzpatient und Betreuungskraft kann die Entwicklung von demenziellen Symptomen positiv beeinflussen. Und trotzdem haben Angehörige, die Mutter oder Vater in die Hände einer 24 Stunden Betreuungskraft geben, manchmal ein schlechtes Gewissen.
Moralische Konflikte wegen dem Familienverbund
Wenn die Eltern alt und krank werden, fühlen sich Kinder oder Enkel automatisch verpflichtet, die Pflege der Eltern zu übernehmen. Geben sie ihre Familienmitglieder in die Obhut der 24 Stunden Pflege, bekommen sie manchmal Schuldgefühle. Sie werfen sich selbst vor, ihre familiären Verpflichtungen nicht nachzukommen. Nicht selten spielt auch Scham eine Rolle. Angehörige denken, sie könnten Mutter oder Vater enttäuschen, wenn sie Pflege und Versorgung nicht selbst übernehmen.
Darüber hinaus sorgen sie sich, ob die Beziehung mit der Betreuungskraft funktioniert. Schließlich kann es sich zunächst seltsam anfühlen, dass eine fremde Person mit im Haushalt lebt und sich um Elternteile kümmert. Angehörige fragen sich, was das mit der Eltern-Kind-Beziehung machen könnte. Sie befürchten, in der Familienordnung abgestuft zu werden und bei Absprachen außen vor zu bleiben. Auf der anderen Seite sind es aber gerade die Angehörigen, die eine 24 Stunden Betreuung beauftragen und dadurch die Auftraggeber-Rolle übernehmen müssen. Einige Entscheidungen müssen deshalb im Vorhinein getroffen werden, was Angehörige ebenfalls vor Herausforderungen stellt.
Es gibt viele nachvollziehbare Gründe, warum Kinder und Enkel nicht immer die Versorgung von Familienangehörigen übernehmen können oder müssen. Neben den typischen Gründen wie Beruf, Familie oder eine eigenen Erkrankung muss auch bedacht werden, dass eine Pflege physisch und psychisch überfordern kann. Für viele Aufgaben wie insbesondere die Körperhygiene in der Grundpflege müssen mentale Grenzen überschritten werden, wenn es um die Intimsphäre geht. In den meisten Fällen ist es Senioren und Pflegebedürftigen lieber, dass derart nahe bzw. intime Pflegeaufgaben von professionellen Dritten übernommen werden. Niemand sollte und darf sich als Angehörige bei der Pflege von Familienmitgliedern unwohl fühlen, überfordern lassen oder gar selbst krank werden. Ein schlechtes Gewissen ist in derartigen Situationen unnötig. Wer sich die Gründe für die Entscheidung pro 24 Stunden Betreuung vor Augen führt, wird seinen moralischen Kompass wieder in Waage bringen.
Die Sorgen und Fragen rund um den Einsatz der Betreuungskraft lassen sich bereits vor Beginn der 24 Stunden Betreuung klären. Seriöse Anbieter wie die CareWork & SHD beraten Kunden detailliert. Schon weit vor Beginn des Vertragsverhältnisses werden möglichst alle offenen Fragen beantwortet. Es wird die aktuelle Situation analysiert und der Pflegebedarf abgefragt, damit geeignete und passende Betreuungskräfte ausgewählt und vorgeschlagen werden können. Auch während der gesamten Vertragslaufzeit haben Kunden einen festen Ansprechpartner, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Oft sind Sorgen und Nöte von Angehörigen völlig unnötig und können durch ein einfaches Gespräch beseitigt werden. Schließlich sollen sich alle Beteiligten in der anschließenden 24 Stunden Betreuung wohl fühlen – auch die Angehörigen.
Ausschlaggebend: Qualität in der 24 Stunden Betreuung
Jeder Angehörige wünscht sich für sein altes oder pflegebedürftiges Familienmitglied eine qualitative Betreuung – jeder möchte seine Lieben in guten Händen wissen. Eine offizielle Qualitätssicherung zum Nachlesen gibt es bei der 24 Stunden Betreuung leider nicht. Angehörige müssen sich über die Versorgung von Senioren, Pflegebedürftigen oder Demenzkranken selbst ein Bild machen. Ein Kriterium hierfür könnte sein, wenn sich Pflegebedürftige wohl fühlen. Sofern eine Kommunikation noch gewährleistet ist, hilft auch hier ein Gespräch. Regelmäßige Unterhaltungen über den Tagesablauf zeigen häufig auf, was gut läuft und wo noch Verbesserungspotenzial ist. Auch Gespräche mit den Betreuungskräften sind wertvoll, wenn es um die Einschätzung geht, ob die 24 Stunden Betreuung die richtige Entscheidung war.
In der seit den letzten Jahren aufgetretenen Pflegekrise war es zu einem großen Anteil die 24 Stunden Betreuung, die dafür gesorgt hat, dass viele Senioren und Pflegebedürftige weiterhin adäquat versorgt wurden und vor allem zu Hause bleiben konnten. Der Bedarf in der häuslichen Pflege wächst weiterhin. Mit den vorhandenen Ressourcen in Deutschland ist der Pflegebedarf ansonsten nicht zu decken. Bei der Auswahl eines Anbieters sollte vor dem Hintergrund der Pflegequalität darauf geachtet werden, dass die Betreuungskräfte schon Erfahrungen mitbringen oder entsprechend ausgebildet wurden. In der 24 Stunden Betreuung wird keine medizinische Fachpflege angeboten, da diese nur von examiniertem Pflegepersonal durchgeführt werden darf. Allerdings dürfen und sollen die Betreuungskräfte Aufgaben aus der Grundpflege durchführen, sofern diese notwendig sind.
Ein weiteres Kriterium ist die Arbeitszeit der Betreuungskraft: Auch wenn mit 24 Stunden Betreuung oder 24 Stunden Pflege als eingebürgerte Bezeichnung geworben wird, kann kein Angehöriger davon ausgehen, dass sich die eingesetzte Betreuungskraft rund um die Uhr kümmert. Auch hier sollten Pausen und Ruhezeiten vereinbart und eingehalten werden. Hat die Betreuungskraft Freizeit, müssen Angehörige einspringen oder zusätzliche Hilfe bereitstellen. Angebote, die ins Blaue hinein behaupten, dass eine Betreuungskraft sich dazu verpflichtet, rund um die Uhr zu arbeiten, sollten mit gesundem Menschenverstand gründlichst überdacht werden.
Letztendlich sind Entscheidungen rund um die Pflege und Versorgung von Familienangelegenheiten selten einfach zu fällen. Gewissensbisse, Schuldgefühle und Scham können jedoch durch die Einholung von Informationen und einer guten Beratung ausgeräumt werden. Wer alte und kranke Familienmitglieder in professionelle Hände bei einem seriösen Anbieter gibt, sorgt nicht nur gut für seine Lieben, sondern wird auch selbst durch die 24 Stunden Betreuung entlastet. Lesen Sie also mehr detaillierte Informationen über die 24 Stunden Betreuung!