In vielen Fällen können Angehörige die Pflege eines alten oder kranken Familienmitglieds nicht selbst übernehmen. Lesen Sie jetzt, warum dann die 24 Stunden Betreuung eine gute Alternative darstellt!
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ei COPD handelt es sich um eine verbreitete und chronisch obstruktive Lungenerkrankung, bei der die Lunge dauerhaft geschädigt wird. Menschen mit COPD leiden unter Husten und zunehmend auch Atemnot. Schreitet die Krankheit voran, entsteht in der Regel Pflegebedarf. Betroffene können wegen der eingeschränkten Lungenfunktion ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen. Selbst Treppensteigen oder Kleidung anziehen und ähnlich einfache Tätigkeiten gestalten sich mühsam. Wenn die Selbstständigkeit von Betroffenen eingeschränkt ist, sollte ein Pflegegrad beantragt werden. Mit einem Pflegegrad profitieren Betroffene von verschiedenen Leistungen der Pflegeversicherung, die den Alltag erleichtern können.
Das Wichtigste im Überblick
- COPD steht für chronisch obstruktive Lungenerkrankung
- Die Erkrankung schädigt die Lunge dauerhaft
- Die Funktion der Lunge nimmt im Verlauf ab, weshalb Betroffene auf Pflege angewiesen sind
- Nach Diagnosestellung sollten Betroffene Pflegeleistungen aus der Pflegeversicherung beantragen
- Bei Einschränkungen der Selbstständigkeit im Alltag sollte unmittelbar ein Antrag auf Pflegegrad gestellt werden
- Ein Pflegegrad gilt als Voraussetzung für Leistungen von der Pflegekasse bzw. aus der Pflegeversicherung
- Pflegeleistungen wie Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Pflegegeld, Pflegesachleistungen und der Entlastungsbetrag erleichtern den Pflegealltag
Was ist COPD?
COPD ist die Abkürzung von „chronic obstructive pulmonary disease“, was mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung übersetzt werden kann. COPD zählt weltweit zu den häufigen Todesursachen und soll nach Schätzungen zwischen 10 % und 12 % aller Deutschen über 40 Jahre betreffen. Betroffene leiden an einer chronischen Entzündung in den Atemwegen und Lungengeweben. Neben Husten und Dyspnoe kann es auch zu Atemgeräuschen kommen.
Eine COPD wird in verschiedene Stadien aufgeteilt:
Stufe | Symptome |
Stufe 1 – milde Form | Leichte Kurzatmigkeit, trockener Husten und zunehmende Produktion von Schleim, selten Atemnot. In diesem Stadium bestehen die größten Chancen auf erfolgreiche Behandlung durch Medikamente. Leider wird die Erkankung in diesem Stadium eher selten frühzeitig bemerkt. |
Stufe 2 | Anhaltender Husten, vermehrte Schleimproduktion. Betroffene leiden bei Anstrengung unter Dyspnoe. Wird nur wenig oder gar kein Sport betrieben, bemerken Betroffene die Erkrankung nur selten. |
Stufe 3 – schwere Phase | Häufige Schübe, Schwellungen der Gließmaßen. Starker Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot weisen auf die COPD hin. In dieser Stufe ist die Lunge häufig schon eingeschränkt. |
Stufe 4 – schwerste Stufe | Große Belastungen beim Atmen, unregelmäßiger Herzschlag, Dyspnoe in Ruheposition, Herzschädigungen und starker Sauerstoffmangel im Blut. Es kann zum Delirium und zu Lungenhochdruck kommen. |
Welche pflegerischen Maßnahmen sind bei COPD notwendig?
Oft wird die Pflegebedürftigen nicht nur durch eine COPD begründet. Häufig sind Betroffene durch schwere Erkrankungen wie Parkinson oder einen Schlaganfall bereits auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Als chronisch obstruktive Lungenkrankheit kann die COPD den bereits bestehenden Pflegebedarf jedoch deutlich erhöhen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Atemnot besteht. Auch wenn es sich um eine Lungenerkrankung handelt, wirkt sich diese auf das ganze Körpersystem aus. Im fortgeschrittenen Stadium wird eine COPD von Erkrankungen wie metabolisches Syndrom, Harninkontinenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Infekten der Atemorgane begleitet, was zusätzlichen Pflegebedarf begründet.
Generell kann aber davon ausgegangen werden, dass sich der Pflegebedarf am Krankheitsstadium orientiert:
Im Anfangsstadium sind die Symptome nur schwach ausgeprägt oder fehlen gänzlich, sodass nur selten Unterstützungsbedarf besteht. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Funktion der Lunge oft schon stark eingeschränkt. Belastet werden Betroffene durch Husten, Auswurf und Dyspnoe. Atemprobleme können sich bereits bei geringer körperlicher Anstrengung ohne Belastung einstellen, sodass Alltagsaufgaben eine Herausforderung darstellen. Erkrankte benötigen Unterstützung im Haushalt, bei der Körperpflege und bei der Mobilität. .
Bei einer deutlich fortgeschrittenen COPD ist die Lungenfunktion stark eingeschränkt. COPD-Patienten sind in allen Lebensbereichen auf Hilfe angewiesen, was beispielsweise die Ernährung, die Körperpflege, die Mobilisation und die Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten gilt. Das Voranschreiten der Krankheit macht Betroffenen und Angehörigen große Sorgen. Die Frage nach der Pflege und finanzieller Unterstützung wird gestellt. Für Leistungen aus der Pflegeversicherung muss jedoch zunächst ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden.
Welche Voraussetzungen gibt es für einen Pflegegrad bei COPD?
COPD kann den Alltag zunehmend erschweren. Entsteht durch die Erkrankung eine Pflegebedürftigkeit, sollten Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen werden. Pflegeleistungen helfen bei der Finanzierung und bieten Entlastung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. Damit Leistungen gerecht an Menschen mit Hilfebedarf verteilt werden können, muss vor dem Bezug ein Pflegegrad beantragt werden. Mit dem Pflegegrad wird der Umfang der Pflegebedürftigkeit von Antragstellern eingeordnet. Dies, zumal nicht alle COPD-Patienten das gleiche Maß an Pflege benötigen.
Menschen mit COPD erhalten nicht automatisch einen besonderen Pflegegrad. Jeder muss einen Antrag zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit und Einteilung in einen Pflegegrad stellen. Hierfür gelten folgende Voraussetzungen:
- Einzahlung in die Pflegeversicherung – mindestens zwei Jahre lang innerhalb der letzten zehn Jahre oder Familienversicherung
- Einschränkungen in der Selbstständigkeit – Unterstützungsbedarf durch Dritte
- Antragsteller müssen mindestens sechs Monate oder für eine unbegrenzte Zeit Pflegebedarf vorweisen, was bei einer COPD wegen des chronischen Fortschritts und der Unheilbarkeit der Erkrankung in der Regel gegeben ist
Der Antrag auf Pflegegrad sollte schon dann gestellt werden, wenn die COPD noch nicht so weit fortgeschritten ist. Selbst dann, wenn Gutachter lediglich Pflegegrad 1 feststellen, gibt es bereit viele erleichternde Leistungen.
Welcher Pflegegrad bei COPD?
Viele denken noch immer, dass ein Pflegegrad nur alten oder behinderten Menschen zusteht. Es gibt aber auch Krankheiten, die eine Pflegebedürftigkeit auslösen und einen Pflegegrad rechtfertigen. Seit 2017 wurden die Pflegestufen von den fünf Pflegegraden abgelöst. Seitdem wird auch der Unterstützungsbedarf in Anlehnung an vorhandene Einschränkungen in der Selbstständigkeit fokussiert.
Die Pflegeversicherung teilt die Pflegegrade also nicht aufgrund einer Krankheit zu, weshalb es keinen speziellen Pflegegrad für COPD gibt. Über die Höhe des Grades entscheiden die Einschränkungen in der Selbstständigkeit, die naturgemäß abhängig vom Stadium sehr unterschiedlich ausfallen können. Zu Beginn der Lungenkrankheit benötigen Patienten vielleicht nur Unterstützung beim Einkaufen oder im Haushalt, während bei fortgeschrittener Erkrankung mehr Hilfe benötigt wird. Mit Fortschritt der Erkrankung steigt auch der Pflegebedarf. Bei einer schweren Erkrankung ist intensive Pflege notwendig, da Betroffene kaum noch belastbar sind. Selbst im Ruhezustand kann es zur Dyspnoe kommen. Alle Bereiche der Grundpflege wie Mobilität, Körperpflege oder Ernährung sind von einem ausgeprägten Hilfebedarf gekennzeichnet.
Durch den voranschreitenden Krankheitsprozess einer COPD können Betroffene alle Pflegegrade durchlaufen. Deshalb sollte durch Pflegebegutachtungen regelmäßig attestiert werden, ob der jeweilige Pflegegrad noch zutrifft. Anhaltspunkte geben hier wieder die vier Krankheitsstadien:
- Milde COPD bzw. Anfangsstadium mit gar keinen oder nur geringen Beschwerden (Lungenfunktion weicht max. 20 % vom Sollwert ab): Pflegegrad 0
- Mittelschwere COPD mit etwas stärker ausgeprägten Symptomen und Atemnot bei körperlicher Beanspruchung (Lungenfunktion bei 50 – 80 % des Sollwertes): Pflegegrad 1 oder 2
- schwere COPD mit stark eingeschränkter Funktion der Lunge bis max. 50 % des Sollwertes, Husten, Auswurf und Atemnot: Pflegegrad 3 oder 4
- sehr schwere COPD bzw. Endstadium mit chronischer Sauerstoff-Unterversorgung (Lungenfunktion bei 70 % vom Sollwert) und Atemnot im Ruhezustand: Pflegegrad 5
Welche finanzielle Unterstützung gibt es für Menschen mit COPD?
Menschen mit COPD bedürfen einer lückenlosen medizinische Versorgung, wofür sich die Krankenkassen einsetzen. Krankenkassen kommen für medizinische Behandlungen und Hilfsmittel auf. Pflegekassen kümmern sich hingegen um die Pflege. Mit Pflegegrad profitieren Betroffene von Entlastungsleistungen, finanzielle Hilfen und technische Pflegehilsmittel wie beispielsweise Pflegebetten.
Bei einer fortgeschrittenen COPD können Betroffene sowohl zu Hause als auch in einer stationären Einrichtung versorgt werden. In Betracht kommen folgende Leistungen:
Pflegegrad
|
Pflegegeld
|
Pflegesachleistungen
|
Vollstationäre Pflege
|
---|---|---|---|
1 | 0 € | 0 € | 131 € |
2 | 347 € | 796 € | 805 € |
3 | 599 € | 1.497 € | 1.319 € |
4 | 800 € | 1.859 € | 1.855 € |
5 | 990 € | 2.299 € | 2.096 € |
Durch die eingeschränkte Funktion der Lunge ist für COPD-Patienten insbesondere der Haushalt eine große Herausforderung. Das Bücken beim Aufräumen, das Tragen von schweren Wäschekörben oder das Staubsaugen ist in einem späteren Krankheitsstadium unmöglich. Hier kann eine Haushaltshilfe oder eine stundenweise Betreuung weiterhelfen, die solche Aufgaben übernehmen. Finanzielle Unterstützung kann der monatliche Entlastungsbetrag in Höhe von 131,00 € – der unabhängig vom Pflegegrad gewährt wird – darstellen, der für anerkannte Entlastungsangebote verwendet werden darf.
Zusätzlich können weitere Entlastungsleistungen für Menschen mit COPD und pflegende Angehörigen von Vorteil sein:
Pflegegrad
|
Tages- und Nachtpflege
|
Kurzzeitpflege
|
Verhinderungspflege
|
Entlastungsbetrag
|
---|---|---|---|---|
1 | 0 € | 0 € | 0 € | 131 € |
2 | 721 € | 1.854 € | 1.685 € | 131 € |
3 | 1.357 € | 1.854 € | 1.685 € | 131 € |
4 | 1.685 € | 1.854 € | 1.685 € | 131 € |
5 | 2.085 € | 1.854 € | 1.685 € | 131 € |
Menschen mit fortgeschrittener COPD haben manchmal auch Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis, mit dem Nachteilsausgleiche einhergehen. Beantragt werden kann dieser beim zuständigen Versorgungsamt.
Pflegebedürftige Betroffene müssen häufig auch ihre Wohnumgebung verändern, um ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder Pflegenden die Arbeit zu erleichtern. Im Bereich der Wohnraumanpassung kann die Pflegekasse einzelne Maßnahmen mit bis zu einem Betrag in Höhe von 4.180,00 € bezuschussen. Zusätzlich sollte über ein Hausnotrufsystem nachgedacht werden, mit dem im Ernstfall Hilfe herbeigeholt werden kann. Die Pflegekasse leistet für ein solches System bis zu 25,50 € im Monat. Besonders wichtig sind für Menschen mit COPD jedoch hygienische Hilfsmittel, da das Risiko von Infektionen bei der Erkrankung stets erhöht ist. Von der Pflegekasse gibt es monatlich 42,00 € als Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Hierzu gehören Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Masken oder Einmalhandschuhe.
Pflegegrad bei COPD beantragen
Der richtige Ansprechpartner für den Antrag auf Pflegegrad ist die Pflegekasse, die häufig bei der Krankenkasse ansässig ist. Der Antrag trägt die offizielle Bezeichnung „Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“ und ist online oder vor Ort erhältlich. Das Antragsformular sollte sorgfältig ausgefüllt, unterschrieben und eingereicht werden. Bestehen Fragen oder Unklarheiten, können die Sachbearbeiter der Pflegekasse oder von einem Pflegestützpunkt weiterhelfen.
Nach Einreichung des Antrages beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst mit der Pflegebegutachtung. Zu diesem Zweck wird ein Termin vereinbart, an dem Gutachter die Antragsteller zu Hause aufsuchen. Nach der Begutachtung wird der Pflegekasse eine Empfehlung übermittelt, bevor der Bescheid über den Pflegegrad ergeht. Sind Antragsteller mit dem Bescheid nicht einverstanden, kann innerhalb eines Monats nach Zustellung des Bescheides Widerspruch eingelegt werden.
Kann man als Angehöriger Pflegegrad bei COPD beantragen?
Mit einer milden oder mittelschweren COPD können Betroffene ihren Antrag auf Pflegegrad in der Regel noch selbst stellen. Sollte die Krankheit jedoch weiter fortgeschritten oder bereits eine Erkrankung wie Demenz oder Schlaganfall vorhanden sein, ist eine eigenständige Antragstellung nicht immer möglich. In diesen Fällen können auch Familienangehörige den Antrag bei der Pflegekasse stellen. Es muss jedoch deutlich gemacht werden, dass eine entsprechende Bevollmächtigung vorliegt. Die Vollmacht oder Vorsorgevollmacht muss dem Antrag beigefügt werden.
Höherstufungsantrag für den Pflegegrad bei COPD
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung schreitet voran und ist nicht heilbar. Der Fortschritt der Erkrankung kann durch eine Behandlung aufgehalten oder verzögert werden. Dennoch steigt mit zunehmendem Stadium oft der Pflegebedarf. Manchmal sorgt auch eine andere Erkrankung oder das Alter dafür, dass Aufgaben im Alltag noch schwerer fallen. Immer dann, wenn sich die Pflegesituation verändert, kommt eine Höherstufung des Pflegegrades in Betracht. Bei Bewilligung stehen dann auch umfangreiche Leistungen zur Verfügung.
Um in einen höheren Pflegegrad eingegliedert werden zu können, bedarf es eines Höherstufungsantrages. Auch dieser wird über das bereits erwähnte Formular gestellt, da dieses auch die Option einer Höherstufung beinhaltet. Das Antragsformular muss wieder ausgefüllt, unterschrieben und bei der Pflegekasse eingereicht werden. Darauf folgt eine erneute Pflegebegutachtung und ein neuer Bescheid.
Fazit
Von der COPD Lungenerkrankung sind viele, meist ältere, Menschen in Deutschland betroffen. Die Krankheit entwickelt sich schleichend, weshalb eine Diagnose oft erst spät gestellt wird. Im Krankheitsverlauf kommt es zu Husten, Auswurf und Atemnot. Die Lunge wird beschädigt und in ihrer Funktion beeinträchtigt. Wer schlecht „Luft bekommt“, kann seinen Alltag kaum noch selbst bewerkstelligen und ist auf Hilfe angewiesen. Deshalb ist es wichtig, möglichst früh einen Antrag auf Pflegegrad zu stellen, um möglichst schnell von Pflegeleistungen profitieren zu können.
Für die Unterstützung im Haushalt, bei der Grundpflege und im Alltag direkt vor Ort bei Betroffenen zu Hause hat sich die 24 Stunden Betreuung bewährt. Die Betreuungskräfte in der 24 Stunden Betreuung ziehen mit in den Haushalt ein und kümmern sich vor Ort um die Aufgaben, die COPD Betroffene nicht mehr alleine erledigen können. Erfahren Sie jetzt mehr über die Vorteile der 24 Stunden Betreuung auf den Seiten von CareWork & SHD!
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